Ein Stromausfall muss nicht sofort zum Notfall werden. Mit zwei Tagen Vorbereitung kannst du Wasser, Licht, Kommunikation, Lebensmittel und Sicherheit so organisieren, dass du die ersten 48 Stunden deutlich entspannter überstehst. Dieser Schritt-für-Schritt-Plan hilft dir genau dabei.
Auf einen Blick
Nutze den ersten Tag für die Bestandsaufnahme und die Grundversorgung. Nutze den zweiten Tag, um alles aufzuladen, bereitzustellen und Absprachen zu treffen. Bedenke, dass die nationale Richtlinie umfassender ist: Für allgemeine Notfallsituationen wird von 72 Stunden Eigenverantwortung ausgegangen.
Zuerst dies: 48 Stunden üben, 72 Stunden als Basis
Dieser Artikel ist bewusst als 48-Stunden-Vorbereitungsplan konzipiert. Für deinen vollständigen Notvorrat ist es ratsam, sich auch an der nationalen 72-Stunden-Richtlinie zu orientieren. Sieh dir hierzu unsere Denk-Voraus-Checkliste für 72 Stunden an.
Tag 1 — Die Basis in Ordnung bringen
1. Inventur deines Haushalts
- Wie viele Personen und Haustiere gibt es?
- Welche Medikamente oder medizinischen Hilfsmittel sind notwendig?
- Welche Geräte müssen bei einem Ausfall unbedingt weiter funktionieren?
- Kochst und heizt du komplett elektrisch?
2. Wasser bereitstellen
Die offizielle Notfallpaket-Checkliste rechnet mit 3 Litern Wasser pro Person und Tag. Für 48 Stunden sind das etwa 6 Liter pro Person; für den vollständigen 72-Stunden-Vorrat etwa 9 Liter.
3. Lebensmittel wählen, die wenig Strom benötigen
Lege einfache Mahlzeiten bereit, die kalt gegessen werden können oder wenig Zubereitung erfordern. Denke auch an einen manuellen Dosenöffner und an Nahrung für Kinder oder Haustiere.
4. Grundsicherheit prüfen
Teste Rauch- und Kohlenmonoxidmelder und lege Erste-Hilfe-Material an einen festen Platz. Benutze einen Grill, Holzkohle oder einen Kocher, der für den Außenbereich gedacht ist, niemals in Innenräumen.
Tag 2 — Alles sofort einsatzbereit machen
Kommunikation und Beleuchtung aufladen
Lade Telefone, Powerbanks und wiederaufladbare Lampen vollständig auf. Lege Kabel an einen zentralen Ort und lege für jede Person eine Taschenlampe oder Stirnlampe bereit. Eine wiederaufladbare Stirnlampe hält dir die Hände frei; eine wiederaufladbare Laterne ist für Gemeinschaftsräume praktischer.
Eine Kühlstrategie erstellen
Stelle Kühlschrank und Gefriertruhe normal kalt und vermeide unnötiges Öffnen, sobald der Strom ausfällt. Ein voller Gefrierschrank hält Kälte besser als ein fast leerer. Gefrorene Wasserflaschen oder Kühlakkus können als zusätzlicher Kältepuffer dienen.
Eine Blackout-Kiste bereitstellen
Bewahre Beleuchtung, Powerbanks, Kabel, Batterien, Erste-Hilfe-Set, Radio, Decken und praktische Hilfsmittel zusammen auf. Eine 20.000 mAh Powerbank kann nützlich sein, falls die Telefonladung eine Schwachstelle in deiner Vorbereitung ist.
Absprachen treffen
Vereinbare, wer was tut, wenn das mobile Internet ausfällt, wo wichtige Telefonnummern liegen und bei welchen Nachbarn oder Familienmitgliedern zusätzliche Hilfe erforderlich sein könnte.
Während des Blackouts: Was tun, wann?
Die ersten 15 Minuten
- Prüfe, ob unmittelbare Gefahr besteht, wie Rauch oder Brandgeruch.
- Schau, ob der Ausfall nur dein Zuhause oder auch die Umgebung betrifft.
- Halte Kühlschrank und Gefriertruhe geschlossen.
- Stelle Telefone auf Energiesparmodus.
Die ersten 2 Stunden
- Nutze eine feste Lampe pro Raum, anstatt die gesamte Beleuchtung gleichzeitig einzuschalten.
- Gehe bewusst mit Trinkwasser um.
- Verfolge Störungsinformationen über Radio oder Telefon, solange die Netze verfügbar sind.
Nach 2 bis 12 Stunden
- Verbrauche zuerst Lebensmittel, die am schnellsten verderben, sofern dies sicher möglich ist.
- Begrenze Wärmeverluste durch Schließen ungenutzter Räume und trage Kleidung im Zwiebelprinzip.
- Prüfe Nachrichten und Störungsinformationen periodisch statt kontinuierlich.
Nach 12 bis 48 Stunden
- Behalte einen einfachen Rhythmus für Essen, Information und Energieverbrauch bei.
- Achte auf Hygiene und Abfall, falls Wasserversorgung oder Kanalisation ebenfalls gestört sind.
- Prüfe bei gefährdeten Nachbarn oder Verwandten nach, falls dies gefahrlos möglich ist.
Der 10-Minuten Blackout-Check
- Taschenlampe oder Stirnlampe
- Laterne für einen Gemeinschaftsraum
- Aufgeladene Powerbank + passende Kabel
- Batteriebetriebenes Radio oder ein anderes Notfallradio
- Erste-Hilfe-Set und notwendige Medikamente
- Trinkwasser
- Haltbare Lebensmittel + manueller Dosenöffner
- Decken und warme Kleidung
- Wichtige Nummern und ein kleiner Bargeldbetrag
Häufige Fehler
- Den Kühlschrank ständig öffnen: Bestimme vorher, was du brauchst, und öffne ihn so wenig wie möglich.
- Kerzen als Standardbeleuchtung: LED-Beleuchtung ist in der Regel praktischer und verursacht keine offene Flamme.
- Drinnen mit Außen-Geräten kochen: Tue dies nicht; Kohlenmonoxid ist weder sichtbar noch riechbar.
- Den gesamten Strom sofort verbrauchen: Reserviere Akkukapazität zunächst für Kommunikation und notwendige Geräte.
Vom Blackout-Plan zum kompletten Notvorrat
Hast du nach dieser Übung Lücken bei Wasser, Licht, Erste Hilfe oder Kommunikation gefunden? Dann sieh dir unsere Notfallpakete an und ergänze nur das, was deinem Haushalt noch fehlt.