Ein leerer Akku oder fehlender Empfang müssen nicht bedeuten, dass man vom Weg abgekommen ist. Mit einer Papierkarte, einem Kompass und ein paar einfachen Techniken kannst du deine Position und Richtung auch ohne GPS bestimmen.
Auf einen Blick
- Nimm bei längeren Wanderungen immer eine Papierkarte als Backup mit.
- Lerne zuerst, deine Karte zu orientieren, bevor du einen Kurs festlegst.
- Nutze Orientierungspunkte im Gelände, um deine Position zu überprüfen.
- Ein Kompass ist besonders in Kombination mit einer Karte nützlich.
- Sterne können bei der Richtungsbestimmung helfen, sind aber weniger praktisch als Karte und Kompass.
Warum Navigation ohne GPS immer noch wichtig ist
Smartphones und GPS-Geräte sind praktisch, aber von Batterielaufzeit, Empfang und korrekten Kartendaten abhängig. Eine Papierkarte und ein Kompass funktionieren ohne Strom und sind daher eine nützliche Absicherung beim Wandern, Bushcraft und mehrtägigen Touren.
Schritt 1: Lerne, deine Karte zu lesen
Eine topografische Karte zeigt mehr als nur Straßen und Wege. Höhenlinien, Gewässer, Waldränder und andere Geländemerkmale helfen dir, deine Umgebung zu erkennen.
Achte besonders auf diese drei Dinge
- Höhenlinien: liegen sie nah beieinander, bedeutet dies meist steileres Gelände.
- Orientierungspunkte: Straßen, Kreuzungen, Gewässer, offene Felder und markante Höhenunterschiede.
- Maßstab: Nutze den Maßstab, um Entfernungen realistisch einzuschätzen.
Schritt 2: Orientiere die Karte mit einem Kompass
Lege die Karte flach hin und drehe sie, bis Nord auf der Karte mit der Richtung übereinstimmt, die dein Kompass anzeigt. Beachte, dass die magnetische Missweisung je nach Gebiet variieren kann, wenn du sehr präzise navigieren möchtest.
Schritt 3: Arbeite mit Orientierungspunkten
Wähle unterwegs erkennbare Punkte, die du sowohl auf der Karte als auch im Gelände siehst. Überprüfe nach jeder wichtigen Kreuzung oder Geländeränderung erneut, ob deine Position noch logisch ist. Das verhindert, dass aus einem kleinen Fehler schleichend eine große Abweichung wird.
Wie bestimmt man einen Kurs?
Wenn du weißt, wo du bist und wo du hinmöchtest, kannst du mit Karte und Kompass eine Richtung festlegen. Wähle vorzugsweise einen gut erkennbaren Punkt in der Ferne und laufe darauf zu, anstatt ständig auf den Kompass zu schauen.
Kann man nach den Sternen navigieren?
Ja, aber betrachte es eher als zusätzliche Fähigkeit. Auf der Nordhalbkugel kann der Polarstern helfen, ungefähr den Norden zu bestimmen. Bewölkung, Gelände und begrenztes Wissen machen die Sternennavigation jedoch weniger zuverlässig als eine richtig angewendete Karte und Kompass.
Was nimmt man zur Navigation mit?
- topografische Papierkarte des Gebiets;
- einfacher Plattenkompass;
- Bleistift oder wasserfester Notizblock;
- aufgeladenes Handy als zusätzliches Hilfsmittel;
- eventuell eine Powerbank für längere Touren.
Sieh dir auch unsere Kollektion Navigation & Sicht an und übe die Grundlagen auf einer einfachen Route, bevor du die Technik in abgelegenem Gelände benötigst.
Fazit
Navigieren ohne GPS basiert vor allem auf drei Fähigkeiten: deine Karte zu verstehen, deine Karte richtig auszurichten und deine Position ständig anhand des Geländes zu überprüfen. Mit ein wenig Übung hast du so ein zuverlässiges Backup, wenn die Elektronik ausfällt.